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Schlaf
Scribble Until You Find Something
Glauben und Wissen
Glauben bedarf einer gewissen Naivität. Glauben an Gott umso mehr. Was fehlt ist der Gottesbeweis. Gott wird ins Transzendente verschoben. Muss sich also nicht beweisen. Somit impliziert jedes irdische oder menschliche Problem gleichzeitig Gottes Wille oder Lösung oder was auch immer dem Interpreter in den Sinn kommt. Gott ist vielleicht eine Kraft, die Gesellschaften entstehen lässt und formt. So etwas wie schwarze Materie. Ein psychologischer Trick, um Unbekanntes abstrakt zu beantworten. Nichts lähmt Menschen mehr als unbeantwortete Frage und die Existenz des Unbekannten. Die Beschränkung Gottes Allmacht könnte auch bedeuten, dass sie in enger Verbindung mit uns Menschen koexistiert. Je mächtiger Menschen werden umso Ohnmächtiger wird Gott. Oder es gibt einen Hypergott, der Gott erschaffen hat. Die Natur unseres Universums ist, dass alles was einmal entstehen konnte, dann auch mehrmals entstehen kann. Gott als singuläres Ereignis ist entweder nicht möglich oder stünde außerhalb unserer endlichen Erfahrungswelt, unfähig einzugreifen. Gott scheint also kein allmächtiger Problemlöser und Babysitter zu sein. Wenn überhaupt ist er Initiator. Wie eine Schildkröte, die ihre Eier im Sand vergräbt und dann wieder im Meer verschwindet, frei von jeglichem Interesse, was aus ihrem Gelege wird. Aber auch das muss man glauben 😉
Rumjekritzel
eine Sammlung kleinerer Zeichnungen der letzten Wochen und Monate
Copyright © 2014 | Stephan Wentow
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Moment
Momentmal. Wie sind wir nur so weit gekommen? Ach egal. Zum Teufel mit der Realität.
One Day
denn das Leben das wir führen wollen,
das könn´ wir selber wählen.
Also – los, schreiben wir Geschichten,
die wir später gern erzähl´n.
aus Julia Engelmanns Beitrag beim 5. Bielefelder Hörsaal-Slam
Weihnachtssaison
Bereits nach den Feiertagen
ach wie vergeht die Zeit
ohne Alk nicht zu ertragen
droht mal wieder Kurzarbeit.
Alter Mann mit fettigem Haar
kaum zu etwas zu gebrauchen
wankt besoffen hin zur Bar
Zähne gelb, vom vielen Rauchen.
Roter Mantel hängt im Schrank
hat er früher schon gecheckt
so wie er besoffen wank
liegt die Fresse bald im Dreck.
Schluss mit Glöckchenklang
und süßem Duft
Bröckchen kotzender Abgesang
speit vergorene Atemluft.
Rote Augen, zittrige Hände
von der Spitze der Nahrungskette
gerutscht und am Ende
hängt der Kopf über der Toilette.
Mit halb geöffneten Augen
wie ein schlaffer Sack so platt
soll die ganze Welt erfahren
Dieses Leben hat er so satt.
Copyright © 2014 | Stephan Wentow
Kühlschrank meines Vertrauens
sahniger Saft
aus des Rindviehs Titte
ruht sanft und still
in ehrwürdiger Mitte
Fisch verdirbt
in vergorenem Sod
an falschem Platz,
leblos und tot
es schließt sich die Tür
alles Leben erstarrt
Licht aus, Dunkelheit
die Butter wird hart
Copyright © 2014 | Stephan Wentow
Fein gehackte Unendlichkeit
Felswand und Türen
fein gehackte Unendlichkeit
in endlich kleine Schachteln
die in andere Schachteln führen
eingeschränkter Blick
selbst beschränkt
du gehst da raus und
kommst hierher zurück
eingemauertes Ich
ausgesperrte Welt
das darfst du nicht
mach was mir gefällt
lass dich nicht verbiegen
meins, meins, meins und
deins, deins, deins
lern‘ fliegen
Traumzeit, keine Zeit im Traum
denken und fliegen
die Glocke zereist die Stille
und wieder runter vom Baum
Affen denken und sitzen
auf dem Boden
Zeit um Sperrlinien
in den Boden zu ritzen
wir ziehen Linien
und grenzen aus
mauern Wände
und nennen es Haus
nennen es Heim
fein gewürfelter Raum
gehackte Unendlichkeit
sperrt uns ein
Copyright © 2014 | Stephan Wentow



